Erklärungsversuche

Dieses Thema enthält 24 Antworten und 8 Stimmen. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Charlotte15 vor 1 Jahr. 8 Monate.

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  • #153

    Alex303
    Mitglied

    Da ich nicht nur offensichtlich „ASMR-fähig“ bin, sondern auch ein paar andere gesundheitliche Eigenarten habe, setze ich mich schon länger micht psychischen und physischen Erkenntnissen auseinander.

    Dabei habe ich mich auch mit Neurologischen Gegebenheiten auseinandergesetzt.
    In meinem ersten Ausbildungsberuf habe ich Elektroniker gelernt, ein Fach war Signaltechnik.
    Ich habe mit der Zeit beide Kenntnisse miteinander verbunden, wodurch ich einige Therorien aufstellen kann, wie ASMR entstehen könnte.

    Das würde ich gerne diskutieren, vielleicht habt Ihr auch andere Ideen.
    Wer Angst hat, den „Zauber“ zu verlieren, sollte also nicht weiterlesen.

    Andrerseits: Bei mir klappt es ja trotz all der Theorien (und meiner Hörschädigung) trotzdem noch 😉

    #154

    Alex303
    Mitglied

    Also, meine Theorien:

    1. Schwingungen (auditive Reize):
    Wenn man eine Stimmgabel anschlägt, und es ist eine Stimmgabel in der Nähe, die den gleichen Ton erzeugen kann, beginnt die zweite mitzuschwingen, ohne dass sie angestoßen wird.
    So funktioniert das Radio, Funk usw.

    Vielleicht ist bei jemanden den ASMR-fähig ist, der Körper (gerade Teile des Hörnervs) so geformt, dass bestimmte Töne „direkter“ ins Gehirn gehen.

    Es gibt z.B. auch die Möglichkeit, über die Knochenleitung zu hören, wenn die beweglichen Teile des Ohr kaputt sind.
    Deswegen funktioniert ja Ohropax auch nur bedingt.
    Das Ohr selber ist zu, aber die Geräusche gehen über die Knochenleitung zum Hörnerv, und von dort zum Gehirn.

    Wenn die Hörnerven jetzt gerade bei hohen Tönen nicht so gut „eingepackt sind“, oder die „Dämpfungshäärchen“ nicht so aktiv (es gibt Häärchen zum Hören und welche zum Dämpfen),
    dann kann es doch sein, dass Knistern, Rauschen etc (enthält beides hohe Töne) einen so starken reit verursacht, dass das Gehirn wackelt?

    Ist ungefähr so, wie wenn man Eis zu schnell isst:
    Durch das übermäßige Kältegefühl in der Zunge meint man, der Kopf friert ein.

    Kennt das auch einer von euch? Kopffrost durch zu schnelles Eis essen?
    Mein Hausarzt kannte das nicht.

    #155

    Alex303
    Mitglied

    2. „Der externe Gegenstand als Teil meines eigenen Körpers“ (wenn andere etwas tun)
    Ein anderer Trigger ist ja, wenn man sieht, dass andere etwas mit irgendwelchen Dingen tun,
    z.B. Pflanzen pflegen, Kleidung nähen, etwas basteln.

    Was ist denn, wenn man die Dinge, die man dort sieht, als Teil seines eigenen Körpers empfindet?
    Dann wäre es ja im übertragenen Sinne doch so, als würden die Menschen (im Video) durch das Berühren der Dinge, die sie da haben, einen selber berühren.

    Dieses Phänomen wurde teilweise sogar schon bestätigt:
    Es gibt Menschen, die empfinden mittlerweile ihr Handy als Teil ihres Körpers.
    (Details auf Nachfrage)
    Prothesenträger wird dies sogar antrainiert, dass z.B. das neue Bein aus Metall nun ihr eigenes ist.

    Ich habe in der Schule in Erziehungswissenschaft gelernt, dass Kinder polymorph pervers sind,
    das heißt, sie müssen erst lernen zwischen ihren eigenen Körper und fremden Körpern (oder Gegenständen) zu unterscheiden.
    Deswegen stecken sie auch erst einmal alles mögliche in den Mund und sonstige Körperöffnungen 😉

    Was ist denn, wenn in dieser Entwicklung „wanders abgebogen“ ist?
    Dann könnte man doch viel eher externe Dinge als Teil des eigenen körpers empfinden?

    Bei Borderlinern vermutet man dies bereits ja:
    Eine veränderte Selbstwahrnehmung durch eine Prägung in den ersten 4 Lebensjahren:
    Ein Borderliner kann emotional schwer zwischen „sich“ und „anderen“ unterscheiden.

    Deswegen geht es ihm auch so nahe, wenn er sich nicht verstanden fühlt:
    Wenn er Abneigung empfindet, erfährt er, dass er von anderen Menschen getrennt ist,
    dabei empfindet er sich sonst mit allen Menschen verbunden:
    Sie und er sind eins.

    Und wenn das nicht ganz passt, erhöhen sich die Verschmelzungswünsche.
    Alleine ist er ohne Substanz, ist er nichts.

    Mir ist übrigens aufgefallen, dass gerade Borderliner (kenne einige) gerne Rollenspiele machen,
    in welcher Form auch immer.
    Ich nehme an, dass sie damit ihre psychosoziale Form wandeln möchten, damit es universell zu allen Menschen passt.

    #156

    Alex303
    Mitglied

    3. wie 2, aber auf energetischer Ebene (Chi, Energie)
    Eher etwas für spirituelle Menschen:

    Ich habe ja in Punkt 2 eine psychische verbindung aufgezeigt.
    Was ist denn, wenn diese Verbindung auf energetischer Ebene besteht?
    (Details auf Anfrage)

    #157

    Alex303
    Mitglied

    4. Alphawellen (EEG)
    Man kann mittels EEG Hirnströme messen, dabei gibt die dominate Frequenz den Grad der Vigilanz/Aufmerksamkeit Wachheit an:
    Je höher, desto munterer, je niedirger, umso entspannter, bis hin zur Meditation, dann Trämen, dann Schlaf.

    Man kann mittels EEG diese Wellen nicht nur messen,
    sondern mittels Brainwave Encoding aber auch diese Wellen (Senden) – Das Gehirn passt sich an.
    Dieser Effekt erklärt auch „Geisterhäusr“, womit wir beim „Schauer“ oder Gruseln wären.
    (Details auf Anfrage)

    Was man heute auch machen kann, ist, sogenannte p300-Wellen messen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ereigniskorrelierte_Potentiale#P300

    Vielleicht ist ASMR eine „verwandte“?

    #158

    Alex303
    Mitglied

    In wikipedia heißt es zu den p900-Wellen:
    „Die P300 wird häufig auch als Aufmerksamkeitsmaß verwendet: Wie oben beschrieben, kann die Amplitude der P300 darüber Aufschluss geben, wie eine Person Stimuli kategorisiert und wie deren Bedeutung subjektiv eingeschätzt wird. Die Komponente taucht aber nur dann auf, wenn die Person aktiv, also attentional, nach Reizen sucht.“

    Also aktive Erkennung von Reizen (suchen und findenm, wiedererkennen)
    Vielleicht ist ASMR eine passive Variante (finden, ohne zu suchen)?

    Ob man ASMR auf dem EEG sichtbar machen kann?
    Dazu müsste man natürlich wissen, auf welche Wellen man achten muss.

    Übrigens:
    Zu den Alphawellen zähle ich auch alle anderen möglichen Hirnaktivitäten:
    – epileptische anfälle (sind definitiv auf dem EEG sichtbar)
    – Orgasmen
    – Aktivierung des Belohnungszentrums (wie z.B. Rauchen)

    #159

    Alex303
    Mitglied

    Ich gehe mal was detaillierte auf den „Geisterhaus“-Effekt ein, weil es dort auch um den typischen „Schauer“ geht, den man erfährt.

    Das ist nicht meine Theorie, ich habe sie von meinem damaligen Elektro-Lehrer gehört: Es geht um Signale.
    Für mich klingt sie aber plausibel, sie hat auch was mit Alpha-Wellen zu tun.

    Wie vielleicht einige wissen, kann der Mensch nur bestimmte Töne hören.
    Er kann nicht die Frequenzen hören, auf denen sich Ratten unterhalten (weil zu hoch)
    und auch nicht die von Elefanten (weil zu tief).

    Töne sind nichts anderes als Luftbewegung.
    Je nachdem, wie schnell sich die Luft bewegt, hört man Töne.
    Eine langsame Bewegung der Luft erzeugt tiefe Töne,
    eine schnelle Bewegung der Luft erzeugt hohe Töne.

    Geisterhäuser sind ja meistens „Bruchbuden“ mit vielen Löchern.
    Dort zieht es in allen Ecken, es entstehen Luftverwirbelungen.
    Je nach Art des Gemäuers kann der Wind hoch (das hört man)
    oder tief pfeifen.
    Das tiefe Pfeifen hört man nicht mehr, aber man nimmt es zumindest unbewusst wahr,
    zumindest über Haut & Haare.

    Wenn man jetzt akzeptiert, dass man Hirnströme nicht nur messen,
    sondern auch erschaffen kann, erklärt das folgendes:

    Das Gehirn versucht, konstante Reize herauszufiltern.
    Vielleicht kennt das jemand, der lange im Wasser war und sich von den Wellen hat treiben lassen:
    Kommt man an Land, fühlt sich das erst einmal komisch an.
    Oder wenn man lange in grünes Licht schaut und dann woanders hinsieht, dass alles rot ist.

    Das heißt, durch äußere Einwirkung wird die Hirnaktivität geändert!
    Jetzt kommt es nur auf die Frequenz an:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Elektroenzephalografie
    (Je höher, desto wacher – je niedriger, desto schummeriger)

    Wenn also ein Gebäude durch den Wind auf unsere Haut/Haare unseren Wachheitszustand verändern kann (langsamere Welle), dann führt dies zur Entspannung.
    Vielleicht führt es auch in einen meditativen Zustand, bei dem man „Geister sieht“.

    #162

    Alex303
    Mitglied

    Wer es ausprobieren möchte, dem kann ich auch mal einen Audio-Track
    mit Alpha-Wellen zum Wachwerden oder Delta-Wellen zum „Herunterkommen“ anreichern,
    der dann mit Stereo-Kopfhörer gehört werden kann.

    Dazu benötigt man im Prinzip nur eine audioquelle, die verändert wird.
    Und zwar wird (je nach gewünschter Frequenz) im wechsel der rechte und linke Stereo-Kanal ausgeblendet,
    Und das Gehirn passt sich an die Geschwindigkeit an, in der gewechselt wird.

    Man sollte dafür allerdings eine Musik- oder Geräusch-Datei haben, die möglichst gleichmäßig ist.
    Ich bevorzuge braunes Rauschen.

    Einige hören den Kanalwechsel heraus.
    Man meint dann, man hätte einen „Helikopter“ im Kopf.
    Ich kenne auch Leute, die Triggern ihre ASMR so ähnlich, aber „zu Fuß“:
    Durch die Vorstellung von einer Schwingung im Kopf.

    #169

    Alex303
    Mitglied

    Ich habe zu Punkt 2 einen separaten Thread erstellt: „ASMR und Reiki“

    #176

    Alex303
    Mitglied

    Heute möchte ich einen neuen Punkt hinzugügen:
    5. Weiterleitung von Reizen (chemisch, elektrisch)

    Das vegetative Nervensystem besteht aus dem
    – Sympathikus (für Erregung zuständig) und
    – Parasympathikus (für Entspannung zuständig).

    Es ist bekannt, dass der Hypothalamus bei bestimmten (als bedrohlich empfundenen) Reizen den Sympathikus stimuliert. Das Erregen des Sympathikus geschieht über sogeannte Neurotransmitter, also chemisch.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hypothalamus

    Er erzeugt so gesehen Stress in unserem Körper.
    Das vegetative Nervensystem betrifft aber nur die Steuerung unserer Körperfunktionen.

    Aber:
    In der Nähe des Hypothalamus befindet sich auch der Thalamus (der sich im Laufe der Entwicklung in 2 Teile spaltet).
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hypothalamus

    Dieser ist ebenfalls für die Reizverarbeitung zuständig:
    „Die spezifischen Thalamuskerne […]
    erhalten sensible (Tasten, Vibration, Schmerz) und sensorische (Sehen, Hören, Schmecken)
    Impulse aus der Peripherie (Sinnesorgane)
    und leiten diese nach Umschaltung an die zuständigen Bezirke in der Großhirnrinde weiter.“

    Im o.g. Link wird auch erwähnt, dass:
    1. sich die Teilung des Thalamus verschieden entwickeln kann und
    2. Kontrollmechanismen eine Übererregung (durch Reize) verhindern.

    Was ist also, wenn:
    1. die Teilung oder „Verdrahtung“ anders verlaufen ist oder
    2. die Kontrollmechanismen anders arbeiten?

    Wenn man von Geburt an eine andere Hirnstruktur („Verdrahtung“) hat,
    oder das Hirn mit anderen „Pegeln“ arbeitet (bezogen auf die Menge der Neurotransmitter),
    kann man das gar nicht ohne weiteres messen, sagte mir ein Neurologe.
    – dafür sind die Veränderungen zu subtil.

    #190

    Kalinka39
    Mitglied

    Es ist vielleicht kein richtiger Erklärungsversuch, nur eine Überlegung, aber vielleicht gibt meine Idee einen Denkanstoß:
    Was ich mich nämlich schon länger frage ist, wie man als ASMR-Fähige(r) wohl auf die Trigger reagiert, wenn man eigentlich schläft.

    Ich glaube jeder ist von irgendeinem Rascheln schonmal hochgeschreckt – könnte das also eine Art Schutzmechanismus aus vergangenen Zeiten sein? Immerhin wird Dopamin ja auch bei Schockzuständen verabreicht, hätte also einen Sofort-Push-Effekt.

    Oder klingt die Idee zu abgefahren? 😀

    #193

    Alex303
    Mitglied

    Abgefahren?
    I wo, der Ansatz Neurotransmitter ist m.E. recht plausibel 😉
    Natürlich braucht in diesem Fall das Gehirn erst einen Reiz,
    damit es (weil ja nicht passiv verabreicht) aktiv diesen Botenstoff ausschüttet.

    Also, wie Leute auf ASMR reagieren, wenn sie schlafen weiß ich nicht.
    Aber auf Reiki reagieren sie, sogar besser als wenn sie wach sind.

    #229

    DieNisi
    Mitglied

    also ich kann dazu nur sagen: Ich glaube nicht das es was mit dem hören zu tun hat… also hörnerv oder sonstiges…

     

    wenn ich ein video schaue, zb wo jemand massiert wird, bekomme ich auch dieses kribbeln… dazu brauche ich keine geräusche oder sonstiges… die reine vorstellung der massage löst das kribbeln bei mir aus

    #238

    Alex303
    Mitglied

    Okay, muss nicht unbedingt der Hörnerv sein (als Reiz von außen).
    Manchmal langt es bei mir auch, wenn ich mich an das Gefühl erinnere,
    dann brauche ich ebenfalls keinen äußeren Reiz, sondern nutze meinen „inneren“.

    Meine Überlegung ist:
    Muss man, um sich daran erinnen zu können,
    es nicht zumindest 1x von außen bekommen haben?

    #240

    Alex303
    Mitglied

    Ich hab die Tage beim Neurologen noch etwas interessantes gelesen:

    6. Spiegelneuronen (Empathie, Projektion von externen Ergeignissen auf eigene Gefühle):
    http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegelneuron

    In diesem Artikel wird die Amygdala erwähnt.
    Es gibt zwei davon, und sie hängen (signalteschnisch gesehen)
    „hinter“ den Thalami (hatte ich weiter oben bei 5. bereits erwähnt).
    Die Thalami machen so gesehen die „Grobarbeit“, was die Reizverarbeitung betrifft.
    Die Amygdalas sorgen für „Erregung“ (im weiteren Sinne).

    Wenn man andere Menschen beobachtet, wie sie etwas mit Dingen tun, spiegelt man automatisch und und stellt sich vor, wie es wäre, wenn man an deren Stelle die Dinge in der Hand hätte.

    Das interesante dabei ist m.E. in welchem Bezug man zu dem Objekt steht, welches die andere Person in den Händen hält bzw „bearbeitet“.

    1. Ist es mein eigenes? (Erweiterung des Körpers)
    2. Kenne ich so etwas? (Wiedererkennung)
    3. Ist es etwas, was ich gerne auch hätte? (Neugier)

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